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Nachrichten > Natur und Umwelt

Selbst ist die Frau – auch an der Motorsäge


Frauenpower im Wald: Die ersten zehn Frauen haben im forstlichen Hauptstützpunkt in Schwarzach einen Motorsägenlehrgang absolviert.(Foto: privat)

(bro) (nok) Die Herren der Schöpfung werden sich daran gewöhnen müssen, eine der letzten Männerbastionen, die bisherige absolute Vorrangstellung im Wald mit Schnittschutzhose und die Motorsäge im Anschlag, wird künftig zumindest wanken. Denn der erste "Motorsägenlehrgang für Frauen" wurde am forstlichen Hauptstützpunkt in Schwarzach absolviert. Mit sehr gutem Erfolg, wie die beiden Ausbilder Wolfgang Lischke und Uwe Scharnagel betonen.

Zum zweitägigen Lehrgang sind zehn Frauen im Alter von 26 bis 51 erschienen, ausgestattet wie vorgeschrieben mit der kompletten Schutzausrüstung vom Helm über die Schnittschutzhose bis hin zu den Sicherheitsschuhen. Die Arbeitssicherheit war dann auch ein wichtiges theoretisches Thema, das ebenso wie die "Motorsägentechnik", Informationen über die "Schneidegarnitur" und praktische Schärfübungen absolviert werden musste, bevor es am zweiten Tag tatsächlich zu praktischen Übungen in den Wald, ging. Im Staatsforst, Distrikt Schlossberg nahe der Minneburg, konnten die Frauen dann die zuvor ebenfalls theoretisch erlernte "Fäll- und Sägetechnik" in natura ausprobieren. "Die Männer, die an unseren Kursen teilnehmen und Erfahrung im Wald haben, denken oft, dass sie doch sowieso alles richtig machen. Die Frauen dagegen sind viel offener und setzen unsere Ratschläge völlig unvoreingenommen um. Außerdem haben viele mehr Talent und Fingerspitzengefühl für das Kettenschärfen und Reparieren", lobte Forstwirtschaftsmeister Wolfgang Lischke "seine" Frauen. Das "Gefühl" für die Motorsäge hatten die meisten Frauen schnell intus. Oder sie brachten es bereits mit, denn die meisten der Teilnehmerinnen haben Erfahrung in der Waldarbeit. Allerdings meist als Handlanger. "Das will ich aber nicht mehr, ich will auch mit der Motorsäge schaffen", so Inge Hornbach aus Buchen selbstbewusst zu ihrer Motivation, am Lehrgang teilzunehmen. Mechthild Bauer, aus Adelsheim gebürtig, hat sich wegen etlicher in Schuss zu haltender, dicht bewachsener Grundstücke eine Motorsäge sogar zum Geburtstag schenken lassen. Die sie dann mangels genauer Kenntnisse lange Zeit unangetastet im Keller verstaute Jetzt hat sie die Gelegenheit beim Schopf gepackt, sich fachmännisch unterweisen zu lassen. Ganz pragmatisch dagegen sieht Margit Kos aus Igelsbach ihre Teilnahme: "Mein Mann schafft schon seit Jahrzehnten im Wald, und ich helfe halt dazu. Wenn jetzt mal was passieren würde, könnte ich ihn wenigstens frei schneiden."

Die Kurse für Männer sind bis 2008 ausgebucht. Was nicht nur auf der Wissbegierigkeit der Männer beruht, sondern auch auf der Tatsache, dass ohne einen entsprechenden Nachweis zumindest mittelfristig keine Lose mehr für Schlagraum vergeben werden. Und auch die Versicherungen pochen bei Unfällen im Wald vermehrt auf eine nachweislich fachmännische Arbeitsweise. Bisher, so Forstamtmann Bernhard Knörzer, wurden 2007 bereits knapp 700 Lehrgangsteilnehmer geschult, die nicht nur aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, sondern auch aus dem Rhein-Neckar-Kreis und den Stadtkreisen Heidelberg und Mannheim nach Schwarzach kamen. Ob und wie viele Frauen sich dazu gesellen, wollen die Forstleute vom Hauptstützpunkt jetzt abwarten. Auch anderswo stellt man sich auf Frauenzuwachs bei der Waldarbeit ein: Hersteller für Schutzbekleidung haben mittlerweile Modelle "für die weibliche Figur" ins Programm aufgenommen. In jedem Fall ist man nach diesen ersten positiven Erfahrungen in Schwarzach bereit, eine weiteren Motorsägenlehrgang für Frauen bei Bedarf bzw. bei genügenden Anmeldungen einzuschieben.

Informationen über Lehrgangsinhalte, notwendige Ausstattung, Dauer und Kosten werden unter (06261) 84–1052 oder –1060 erteilt.

26.06.07

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