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Standing Ovations im Foyer der Gelita AG


(Fotos:Richter)

(hr) (ra) Wohl nur den guten persönlichen Kontakten Tobias Soldners ist es zu danken, dass gestern zwei Musiker von Weltrang den Weg nach Eberbach fanden. Es bedarf schon solcher Koryphäen, soll ein Konzert ohne Pause und ohne eine einzige Ansage in stehend vorgetragene Ovationen münden.

Die Stühle reichten nicht aus und der Veranstalter war voll des Lobes für den Gastgeber Gelita AG, sowie die Riege der heimischen Sponsoren, ohne die JazzMe nicht lebensfähig wäre, allen voran die Volksbank Neckartal. Besondere Erwähnung fand das uneigennützige Engagement eines Jazzliebhabers par excellence: Charly Djivanidés beherbergt alle Künstler der Festivalsaison kostenfrei in seinem Hotel Badhaus.

Die technischen Qualitäten des Bassisten Renaud Garcia-Fons und des Akkordeonisten Jean-Louis Matinier hervorheben zu wollen, wäre ein lächerliches Unterfangen. Die beiden Ausnahmemusiker heben sich längst von allem ab, was im Lehrbuch steht oder im Instrumentenfach bis dato für möglich erachtet wurde. Garcia-Fons bespringt die Saiten seines edlen 5-Saiters mit beiden Händen, als sei dieser Harfe, Klavier, Geige, ein ganzes Perkussionsensemble oder schlicht ein Stück von ihm selbst. Vieles wird mit dem Bogen gestrichen. Dabei ist "streichen" eine völlig unzulängliche Verallgemeinerung für "zittern, hüpfen, springen, schlagen, trommeln, schwirren" und mehr. Dabei strahlt der mittlerweile Brille tragende und gereift wirkende Sympathieträger die größte Ruhe aus und lächelt still in sich hinein.
Matinier spielt ein Knopfakkordeon und steht in der Tradition der großen französischen Akkordeonisten, dabei gehört er heute wohl zu den drei Weltbesten seines Fachs. Sein Instrument dürfte unbezahlbar sein. In tiefen Registern dringen die Bordunklänge durch Mark und Bein, in hohen Diskantlagen schweben die Töne, inspiriert quasi von einer Äolsharfe, über die Hörgrenze hinaus. Die Kunst, einen Knopf anzuschlagen, ohne den Balg zu bewegen und damit ein melodisches Klopfen zu erzeugen, steigert Matinier zu rhythmischen Kaskaden, die utopisch anmuten. Klingt so die Musik des 21. Jahrhunderts?

Das Duo spielte seine komplette CD "Fuera", ein Gesamtkunstwerk, das keine Unterbrechung durch Pausen oder Ansagen duldet. Die Musik klingt orientalisch, indisch, französisch, maurisch, afrikanisch, bulgarisch im häufigen 5/8-Takt oder bizarr - Weltmusik zum Abheben.

Die erste Zugabe kommt wie Bluegrass daher und ist ein einziger Freudenritt über fünf Saiten. Den Abgesang bildet jedoch eine Meditation über Chopins unsterbliches C-Moll-Prélude aus op. 28, eine Referenz an die große Vergangenheit französischer Musik. Das Akkordeon gewinnt die Intensität der Orgel in einer Kathedrale und die Diskantlagen des Kontrabasses singen wie eine Diva im Requiem…

Was dem Publikum blieb, waren Standing Ovations und die Hoffnung, dass Eberbach auf der Landkarte des Jazz von Leuten wie Molinaro & Co. weiterhin gefunden wird…

24.11.07

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