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Beerfeldener Synagoge wurde 1938 zerstört


Links: Bürgermeister Gottfried Görig bei seiner Ansprache, daneben Lehrer Bernd Siefert sowie interessierte Zuhörer/innen. Rechts: die Gedenktafel. (Fotos: privat)

(bro) (hu) In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Beerfeldener Synagoge von Nationalsozialisten ausgeplündert und durch Abbruch zerstört. Diese Aktion war Teil eines im ganzen Deutschen Reich groß angelegten Pogroms der Nazis gegen die Juden. In dieser Nacht wurden die Mehrzahl der Synagogen in Deutschland angezündet oder zerstört, Juden ermordet, jüdische Friedhöfe geschändet und Geschäfte, die Juden gehörten, geplündert.

Zur Erinnerung an die Zerstörung der Beerfeldener Synagoge wurde am Mittwoch, 1. Juli, am ehemaligen Standort in der Odenwaldstraße (heute Odenwaldstraße 2) eine Gedenktafel enthüllt und ihrer Bestimmung übergeben.

Bürgermeister Gottfried Görig dankte in seiner Ansprache Familie Rexroth, die ihr Einverständnis zur Anbringung der Gedenktafel an ihrem Gebäude gegeben hatte. Die neuerliche Anregung zur Anbringung einer Gedenktafel gaben Schülerinnen und Schüler der Oberzent-Schule Beerfelden, die sich im Rahmen einer Projektwoche unter Leitung ihres Lehrers Bernd Siefert dem Thema "Die Beerfeldener Juden" angenommen hatten und zur Enthüllung der Gedenktafel auch zahlreich erschienen waren.

Wann genau die Beerfeldener Synagoge errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr genau ermitteln, vermutlich aber zwischen 1810 und 1817, da das Beerfeldener Flurbuch aus dem Jahr 1817 an dieser Stelle bereits die Gemarkungsbezeichnung "An der Judenschule" führt.

Von der Synagoge in Beerfelden ist leider kein Bild von vor ihrer Zerstörung bekannt. Dr. Uri Kaufmann schreibt in seinem Buch über die Beerfeldener Juden, dass es sich laut Zeitzeugen um ein einfaches Gebäude gehandelt haben soll, das mit einer großen mittigen Türe versehen war. Weiterhin schreibt er laut Zeitzeugen: "Oberhalb der Tür war ein rotfarbenes Feld zu sehen und eine Art Hausschild hing in die Gasse, eventuell sei ein Davidstern daran befestigt gewesen. Zur Gasse hin hätte es keine obere Fensterreihe gegeben, im Gebäude muss es deshalb recht dunkel gewesen sei. Das Innere war bemalt, eventuell nach Art der zeitgenössischen Schablonenmalerei. Bemalte Holzbalken sollen sich nach 1945 ebenfalls erhalten haben. Nach dem 10. November 1938 konnten alle Stadteinwohner einen in einen Terrazzo-Boden eingelassenen Stern erkennen. Kinder spielten auf ihm während des Krieges. Die Fassadenlänge betrug dreizehn Meter (Anmerkung: richtig 10,28 m) zur Gasse hin und das Grundstück umfasste 174 Quadratmeter. Es war umgeben von Scheunen, in denen teilweise Vieh gehalten wurde.“

Die in unmittelbarer Nähe stehenden Scheunen waren offenbar auch der Grund, weshalb die Synagoge damals nicht in Brand gesetzt, sondern abgerissen wurde. Nach nunmehr 71 Jahren sind selbst die Grundmauern der ehemaligen Synagoge nicht mehr zu erkennen. Entgegen mancher Aussage bei der Sandsteinmauer am Fußweg vom Parkplatz Odenwaldstraße zum Sparkassengebäude handele es sich um eine Grundmauer der Synagoge, trifft dies nicht zu, da die Synagoge im rückwärtigen Bereich nicht bis an die Grundstücksgrenze heranreichte.

Gerade weil von der Synagoge heute nichts mehr zu erkennen ist, soll mit der Anbringung der Gedenktafel an diese sowie an die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnert werden. Die Gedenktafel soll aber auch an die Schrecken des Nationalsozialismus erinnern, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen.

02.07.09

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