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Spielfilme bestimmen das geschichtliche Bewusstsein


Die Heidelberger Historikerin Cordia Baumann sprach auf Einladung des Hohenstaufen-Gymnasiums im Rahmen der Veranstaltungsreihe "20 Jahre Mauerfall" über die mediale Aufarbeitung der DDR-Geschichte. (Foto: privat)

(bro) (pm) Die direkten Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkrieges und der direkten Nachkriegszeit sowie besonders die Ära des Kalten Krieges und der DDR als zweiter Diktatur auf deutschem Boden verschwimmen und werden undeutlich. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "20 Jahre Mauerfall" sprach Mitte November 2009 die Heidelberger Historikerin Cordia Baumann auf Einladung des Hohenstaufen-Gymnasiums im Eberbacher Rathausfoyer über ein besonderes Phänomen der geschichtlichen Aufarbeitung: Die Medien. Denn durch Filme wie "Good bye Lenin", "Sonnenallee" oder "Das Leben der Anderen" werden durch fiktive Handlungen und unterschiedliche Genres wie Drama oder Komödie neue Geschichtsrealitäten, die die Zuschauer als Medienrezipienten zum Teil selbst als Realität wahrnehmen. "Die anfängliche Konzentration auf den Unrechtsstaat DDR wich im Laufe der 1990er-Jahre einer Wiederentdeckung der alltäglichen Lebensumstände und Alltagsgegenstände. Dabei trafen Spielfilme wie ‚"Sonnenallee" und "Good Bye Lenin" eine Stimmung, die sich wenige Jahre nach der Wiedervereinigung verstärkt hatte: Die Sehnsucht nach einem Teil des Lebens in der DDR, dem man rückblickend einiges abgewinnen konnte."

Auch durch die Ostalgie-Sendungen zahlreicher Fernsehsender seit dem Jahr 2003 werden nach Analyse von Cordia Baumann auf der medialen Ebene oftmals durch die Schilderung von Alltagsbanalitäten eine DDR reproduziert, die es nicht gegeben hat. "Natürlich waren Jugendliche wie in der "Sonnenallee" auch in der DDR verliebt und konnten ein schönes Leben haben. Doch wenn die staatliche Repression der SED-Diktatur nur komödienhaft dargestellt oder gar negiert wird, wird deutlich, dass sich das Geschichtsbild nachfolgender Generationen verändern kann, vor allem dann, wenn diese sich nicht selbst an die DDR erinnern können", sagte die Historikerin. Die Ostalgieshows seien in der Folge in weiten Kreisen auf Unverständnis gestoßen, weil ihnen jede kritische Auseinandersetzung fehle. Die Zahl der begeisterten Zuschauer sowie die gestiegenen Zahlen an erfolgreichen Ostprodukten verdeutlichen aber, dass sich eine sogenannte Ostidentität nicht leugnen lasse.

Ihre Thesen untermauerte Cordia Baumann durch repräsentative Umfragen, die im zeitlichen Abstand bis in die Gegenwart ergeben hätten, dass immer mehr Deutsche und unter ihnen verhältnismäßig mehr Ostdeutsche glauben, die SED-Diktatur sei "gar nicht so schlimm gewesen." Diese Meinungen seien besonders durch die mediale Darstellung beeinflusst und entstanden, da beispielsweise Journalisten über den DDR-Alltag selbst wenig aussagekräftiges Bildmaterial zur Verfügung hätten, das auch den diktatorischen Charakter der DDR widerspiegle. Zudem seien viele Ostdeutsche nach der Wiedervereinigung rasch von der westdeutschen Gesellschaft ernüchtert gewesen.

Zusammenfassend lässt sich für die Historikerin die nostalgische Erinnerung an die DDR als Reaktion auf den engen Rahmen der erlaubten Erinnerungen an die DDR nach 1990 sehen. Der Wunsch, sich an die guten Seiten zu erinnern, sei im selben Maße, wie die Entzauberung des westdeutschen System mit steigender Arbeitslosigkeit und größerer Unsicherheiten in vielen Bereichen gestiegen. "Die große Empörung über die unkritische Reflexion in den Medien ist inzwischen abgeebbt, in diesem Herbst wurden wieder zahlreiche Dokumentationen über das Alltagsleben, über Essen und Trinken (Mahlzeit DDR) gesendet, ebenso wie zum Beispiel ein Ost-West-Duell. Auf der anderen Seite bleibt die Erinnerung an den Unrechtsstaat DDR und die Stasi ebenso in Filmen und Dokumentationen präsent. Die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit ist noch ein langer Prozess, der neben wissenschaftlichen Arbeiten hoffentlich noch in einigen interessante Romane und Filme hervorbringen wird."

Infos im Internet:
www.hsg-eberbach.de


17.11.09

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