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Restaurant Hotel Neckarblick wird als Hotel Garni weitergeführt


(Foto: Gustel Mechler)

(aum) Das Restaurant Hotel „Neckarblick“, alten Eberbachern eher als „Café Neckarblick“ bekannt, steht dem Wanderer am Breitenstein, Scheuerberg und in Richtung Schollerbuckel seit diesem Jahr als Rast und Einkehrplatz nicht mehr zur Verfügung.

Die Inhaberfamilie Klinge schaltete aus Altersgründen einen Gang zurück. Das Traditionsausflugsziel bleibt aber Hotel Garni. Wer künftig doch noch hoch über Eberbach in aller Abgeschiedenheit feiern will, kann die Gasträume deshalb problemlos für seine Feste mieten. Die Verpflegung allerdings muss er selbst oder durch einen Caterer regeln.

Seit über 60 Jahren ist das Haus für die Eberbacher eine selbstverständliche und beliebte Einrichtung. Letztes Jahr endete ein Teil der gastronomischen Erfolgsgeschichte, die sich aus kleinsten Ansätzen aus der ehemaligen Kantine des dortigen Steinbruchs entwickelt hat.

1945 fand sich die gebürtige Eberbacherin Else Knab nach einer Bombennacht in Pforzheim ohne ein Dach über dem Kopf mit ihren Kindern auf der Straße. 1946, zurück in ihrer Heimat, suchte sie Unterschlupf in dem nur 20 Quadratmeter großen, teilweise zerstörten Kantinengebäude des dortigen Steinbruches und versuchte zunächst mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zu überleben. Wo sich heute ein gepflegter Außenbereich erstreckt, waren damals noch hohe Steinabfallhalden. Stück für Stück brachte Else Knab in den folgenden Jahren Ordnung in die Umgebung, wandelte in Eigenarbeit die Hügellandschaft in eine große Terrasse um und baute ihr Anwesen aus.

Die eigentliche Geburtsstunde des „Höhencafé Neckarblick“ schlug am 15. April 1949, als das Landratsamt Heidelberg die Genehmigung zum Ausschank alkoholfreier Getränke erteilte. Wasser und Strom gab es damals oberhalb des Schneckenweges allerdings noch nicht. Sowohl die Familie als auch ihre Gäste mussten sich mit Kerzenlicht, Petroleum- und Karbidlampen zufriedengeben. Das Trinkwasser wurde täglich mit Eimern von der 500 Meter weiter gelegenen „Galgenquelle“ geholt. Nicht selten brachten die Kaffeegäste ihr Wasser in Milchkannen gleich selbst mit.

Nach einem Jahr Bewährungszeit wurde für das „Café Neckarblick“ auch der Alkoholausschank genehmigt und die Vollkonzession erteilt. Ein Jahr später wurde über die Neckarhälde sogar der erste Stromanschluss ermöglicht. 1951 versuchte man, eine Quelle auf eigenem Grund zu erschließen. Statt auf eine frische Quelle stieß man aber schon nach wenigen Metern auf eine dicke Lehmschicht, Reste des ehemaligen Neckarumlaufbogens „Schollerbuckel“. Erst 1954 wurde der nächste Versuch gestartet. Die Eberbacher Firma Canalli installierte an der „Galgenquelle“ einen hydraulischen Widder. Die Verlegung der rund 600 Meter langen Rohrleitung zu den Wohn- und Gasträumen erfolgte, wie üblich, in Eigenarbeit und auf eigene Kosten. Das erste fließende Wasser aus dem Hahn wurde mit einem zünftigen Wasserfest gefeiert. Ab dem Folgejahr ging die Entwicklung des Restaurant- und Hotelbetriebs zügig voran. Das Sandsteingebäude wurde aufgestockt und die ersten Fremdenzimmer ausgebaut. Auch die letzte Abraumhalde wurde zur Terrasse.

1969 wurde mit dem Bau eines Brandschutzteiches begonnen, um im Brandfall genügend Löschwasser für die beiden abgelegenen Gebäudekomplexe „Hotel Café Neckarblick“ und den Aussiedlerhof Beisel zu haben. Den Löschteich gibt es übrigens noch heute, er hat aber noch eine Zusatzfunktion und dient im Sommer als Freiluft-Schwimmbad.

Unter der Ägide von Else Knab erfolgte noch der Anschluss an das städtische Wassernetz (1964). Wegen des erhöhten Stromverbrauchs koppelte der Gastronomiebetrieb sich im gleichen Jahr aber vom Eberbacher Stromnetz ab und bezieht seither seinen Strom direkt über eine Hochspannungsleitung des Badenwerks. Erst 1968 gab Else Knab aus Altergründen Beruf und Berufung auf und übergab den nunmehr schon blühenden Café- und Restaurationsbetrieb an die Pächterfamilie Peukert.

Zu Beginn der 70iger Jahre wurde aus dem stillen Ort vorübergehend die geschäftige Diskothek „Caballero“, bis dann die zweite Generation, Tochter Ute, wieder zu den Wurzeln zurückkehrte.

Zuerst allein, später zusammen mit ihrem Mann Hans Klinge, baute sie das „Hotel Neckarblick“ zur heutigen Größe aus. Immer wieder wurde investiert, modernisiert und die Kapazitäten sowohl des Restaurants als auch des Übernachtungsangebots ausgebaut.

Der Erfolg forderte aber seinen Preis, wurde zu einem Fulltimejob, der mit fortschreitendem Alter immer mehr zur Belastung wurde, Hans und Ute Klingen ließen auch nichts unversucht, dem blühenden Betrieb eine Zukunft zu geben. Einen Käufer, der das Unternehmen im Sinne der gewachsenen Tradition fortsetzen würde, haben sie bislang aber noch nicht gefunden. Aus Altergründen müssen sie nun einen Gang zurückschalten. Bisher hat sich aber immer eine praktische und zukunftsweisende Lösung für Probleme rund ums „Café Neckarblick“ gefunden.

18.01.11

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