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Klarinettenquintett begeisterte

(bro) (khm) Am Freitag, 28. September, fand ein Kammerkonzert mit dem Catasia-Quartett Essen und Harald Hendrichs im evangelischen Gemeindehaus am Leopoldsplatz statt.

Adolf von Menzel, im Jahr Friedrichs des Großen wieder besonders mit seinem Werk präsent, zeichnete 1891 auch den großen Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld, der Brahms zu seinem Klarinettenquintett inspiriert hatte, und verglich Mühlfeld dabei mit der griechischen Muse Euterpe, der “Wohlaufheiternden“, womit er die vielgeliebte klangliche Qualität des Instruments gut ausdrückte. Wenn dann in einem Konzert gleich zwei kammermusikalische Meisterwerke mit Klarinette, die allbekannten Quintette von Mozart (A-Dur, KV 581, „des Stadler’s Quintett“) und Brahms (h-moll, op. 115) geboten werden, ist der Publikumserfolg vorprogrammiert, wie das auch - in der 64-jährigen Geschichte der Reihe war das nicht immer - zu einem buchstäblich vollbesetzten Saal führte.

Das Publikum erlebte mit dem jungen Essener Catasia-Quartett, d.h. Angelo Bard, Clemens Ratajzak (Violinen), Alexander Senazhenski (Viola), Jan Bauer (Cello und dem Klarinettisten Harald Hendrichs einen eindrucksvolle Wiedergabe der Quintette nicht nur in der selbstverständlich zu erwartenden spieltechnischen Hinsicht, sondern auch in der von intensiver Ensemblearbeit zeugenden musikalischen Gestaltung. Vor allem war da die vielfältig abgestufte Dynamik in der Darbietung zu bemerken, wobei ein Beispiel besonders erwähnt sei: die Gestaltung des als “Kleinod an Schönheit und Wohlklang“ gerühmten mozartschen Larghettos. Drei gedämpfte Streicher und ungedämpftes Cello begleiten die Kantilene der Klarinette, eines anerkannt kraftvoll klingenden Instruments. Wohl selten - schon gar nicht bei CD-Aufnahmen - hat man vom Satz, der, von einer Forte-Stelle abgesehen, im Piano verharrt, eine so feine Differenzierung von Piano hören können. Andere glückhafte Details aus der Interpretation waren etwa die Binnengestaltungen einzelner Sätze. Dem festlich angegangenen Menuett folgte das reine Streichquartett-Trio mit ganz andere Klangqualität, darauf das ländlerhafte Trio, das auch Schubert geschrieben haben könnte, und das dem Satz und wohl auch dem hörenden Publikum einen bewegt freudigen Ruck versetzte. Besonders liebevoll nahm sich das Ensemble des vielgestaltigen Variationenfinales an: Vergnüglich - ganz anders als der so gemessene Tonfall im ersten Satz - klang das kinderliedhafte Thema, in Ländlerart ging es weiter bis zur Melancholie der Viola-Variation. Virtuosität in der vierten Variation Violine. Klarinette) und expressives Pathos (Adagio-Variation) blieben nicht vergessen, mündeten aber doch in heiteres Kehrausspiel: der Satz wirkte so selbst wie ein kleines selbständiges Quintett.

Nach der Pause Brahms’ h-moll-Quintett, seine letzte Kammermusikkomposition für mehrere Instrumente. Arnold Schönberg hatte in Brahms Komposition so gekennzeichnet: “economy, and yet richness“ - Sparsamkeit (im Thematischen) und dennoch Reichtum (in der kunstvollen Themenverarbeitung). Auch im Quintett kam Brahms mit einer beschränkten Anzahl von Themen/Motiven aus. Der Reiz der Komposition erschließt sich so besonders beim vielfachen Hören. Das Ensemble vermittelt indes eindrücklich auch für Ersthörende den weich wehmütigen Klang des Klarinettenparts, den dennoch oft strahlenden Violinklang und das dramatische Begleitspiel der Streicher insgesamt. Besondere Aufmerksamkeit erregte auch hier das klangvolle Adagio mit seinem Mittelteil, in dem Klarinettist und Primgeiger den getragenen Kammermusikstil plötzlich aufgaben und rezitativisch frei eine Art von leidenschaftlicher Zigeunermusikfantasie vorführten. Beide glänzten mit den gewagtesten Rollfiguren der Zigeunermusik Sie schienen geradezu zu improvisieren und widerlegten wieder einmal die Meinung, Brahms sei der der “hölzerne Johannes“ gewesen, während er doch die Zigeunermusiker auf ihrem eigensten Feld zu schlagen wusste. Die Liebhaber unmittelbar eingehender Melodik freuten sich nicht umsonst auf das Andantino, dessen reizvolle thematische und rhythmische Gestaltung vom Ensemble in ihrer ganzen Vielfalt von getragener Melodik und neckisch hüpfendem Musizieren vorgestellt wurde. Der finale Variationensatz geriet zu einer Schlussvorstellung aller Instrumente, die sich mehr oder weniger noch einmal konzertierend vorstellen konnten und damit einen lang anhaltenden begeisterten Beifall bewirkten.

Das Ensemble bedankte sich noch mit einem Satz des neben Mozart, Brahms und Reger vierten großen Klarinettenmusik-Komponisten: mit Carl Maria von Webers spielfreudigem Menuetto Capriccio aus seinem Quintett op. 34 (1815), das ebenfalls einem berühmten Klarinettisten, Heinrich Bärmann, gewidmet war.

01.10.12

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