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Großer Applaus für das Evros-Klaviertrio

(bro) (kh) Im Kunstfreundekonzert am Freitag, 26. Oktober, um 20 Uhr war das Hamburger Evros-Klaviertrio im evangelischen Gemeindezentrum am Leopoldsplatz zu hören.

Die Erfahrung, dass Abwechslung erfreue, dürfte auch Grund dafür sein, dass das Konzert des Hamburger Evros-Klaviertrios mit Tinatin Gambashidze (Klavier), Ljudmila Minnibaeva (Violine) und Felix Nickel (Violoncello) so begeistert vom Publikum aufgenommen worden ist, waren doch die Werke des Programms in ihrer Verschiedenheit wohl erfasst: etwa die Klangschönheit, Kantabilität und elegante Virtuosität des Mozarttrios (E-Dur, KV 542), die schmerzliche Klangwelt und der zarte Lyrismus im Trio Smetanas (g-moll, Op. 15). und der verkörperte musikalische Wohllaut des Schuberttrios (B-Dur, Op. 99).

Die Klaviertriogattung wurde zwar im Lauf seiner Entwicklung immer mehr auf instrumentale Gleichberechtigung angelegt, konnte aber die Klavierdominanz nie ganz abstreifen. Im gattungsmäßig frühen Mozart-Trio kam der Pianistin dadurch vorrangig das brillante Spiel zu, mit dem aber die Geigerin - insbesondere im Rondofinale - auch zu konkurrieren wusste - dank Mozart, der - wie man den Eindruck haben konnte - hier ein Doppelkonzert für Klavier und Violine - geschrieben haben könnte. Das wohlklingende Violoncello konnte von seinen Möglichkeiten damit vor allem im Andante grazioso, dem Mittelsatz, schon eine Vorstellung geben.

Das Trio des einunddreißigjährigen Smetana ist autobiographisch geprägt - von der Trauer um ein früh verstorbenes Kind – weshalb man es als ein Werk, voll “Klängen wilden Schmerzes, aber getragen von der Grundeigenschaft der Lyrik Smetanas“ charakterisiert hat. Diesen Grundzug einer leidenschaftlichen Klage herauszustellen, gelang der Geigerin mit ihrem hochexpressiv (auf der G-Saite) vorgetragenen eröffnenden Violinsolo besonders eindrucksvoll sowohl klanglich wie auch rhythmisch und dynamisch. Die Geigerin, die gerade noch das Mozarttrio mit eleganter Virtuosität beendet hatte, schien in eine ganz andere Welt getaucht, in die von Tragik und Pathos, und riss so das ganze Trio mit in eine Klangwelt, die man als dramatisch schmerzliche, aber auch lyrisch stille Trauer empfinden konnte. Wer beim Namen Smetana eher an seine Oper “Die verkaufte Braut“ oder seine sinfonischen Dichtungen (etwa “Mein Vaterland“), also auch an „böhmische Polkaseligkeit“, dachte, musste beim Trio-Hören wohl auch umdenken. Smetana, den nur eine nicht so robuste Gesundheit an einer Virtuosenkarriere hinderte, schrieb hier auch für “Pianistenpranken“ und Streichervirtuosen. Das noch junge Evros-Trio durfte also seine hervorragende Spieltechnik und sein ausgezeichnete Ensemblezusammenarbeit voll und ganz einsetzen. Der sehr vielseitige Mittelsatz mit seinen lyrischen Einschüben“ wurde dann in seiner kontrastierenden Vielseitigkeit vorgeführt: Die geisterhaft dahinhuschenden Teile bremste das Trio, indem es diese Zwischenspiele in betont besinnlichem Ausdruck bzw. in der Art eines majestätischen Trauermarsches musizierte. Ganz präzis wurde das durch Duolen und Triolenüberlagerung rhythmisch so peniblen Finale gespielt, und das bei exakt eingehaltenem Presto-Tempo.

Nach dem pathetischen und hochvirtuosen Smetana-Trio war eine Pause wohlverdient, auch um das etwa 40-minütige Klaviertrio op. 99 von Schubert genießen zu können. Wichtig war hier wohl die Darbietung der ausgesprochenen Schönheit dieser dazu so kunstvoll angelegten Musik. So wurde etwa innige und lebensfrohe Kantabilität im ersten Satz evoziert. Gute Dienste leistete dabei auch der Flügel der Kunstfreunde, ein Steinway-A-Modell, erworben 1964, der durch hörbar guten Klang, besonders in den oberen Lagen, seinen Teil zum Gelingen des Konzertes beitrug. Hatte der Cellist schon im ersten Satz durch kantables Spiel des Seitenthemas sich in die Ohren der Hörer eingesungen, so wurde der wiegende langsame Satz mit seinem, wie Schumann sagte “seligen Träumen und “Auf- und Niederwallen schön menschlicher Empfindung“, zum Beispiel eines Musizierstils, in dem die Zeit stillzustehen schien, man also endlos zuhören konnte, wie das Thema von einem Instrument zum anderen weitergegeben wurde. Das sprühend übermütige Scherzo, das vom Kontrast eines brillanten Klaviersatzes zu einem anmutigen streicherbetonten Trio im Wiener Ländlerstil bestimmt war, erklang, wie in den Musikführern beschrieben, „bald verwegen hopsend, bald gemütlich schleifend“. Wer in Schubert den unerschöpflichen Melodienerfinder sah, wurde dann auch im Finale noch einmal besonders belohnt. Das fantasieartig herrliche Melodien reihende Rondo resümierte dabei noch einmal die Qualitäten des jungen Evros-Trios: kantables, dynamisch nuanciertes dazu virtuoses Spiel, sodass es auch angesichts der “himmlischen Längen“ Schuberts und „endlosen Wiederholungen“ samt Trugschlüssen nie zu einem Nachlassen des Zuhörerinteresses kam.

Für den lang dauernden, begeisterten Applaus bedankte sich das Trio noch mit dem stimmungsvollen Andante con moto tranquillo aus Mendelssohns Klaviertrio in d-moll op. 49.

29.10.12

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