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Ermüdungserscheinungen bei der Namensdiskussion


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Und täglich grüßt die Namensdiskussion. Bei der zweiten Runde der Vorstellung des Grenzänderungsvertrags anlässlich der Oberzent-Fusion war es wieder die Bezeichnung für die künftige Stadt, über die sich die Bürger in der Alten Turnhalle die Köpfe heiß redeten. Wobei gewisse Ermüdungserscheinungen deutlich zutage traten und auch explizit geäußert wurden. Tenor: „Ich kann das ganze Thema nicht mehr hören“.

Dass der Name „Oberzent“ fast durchgehend akzeptiert wird, ließ sich am kräftigen Applaus für Beiträge in dieser Richtung ausmachen. Eben als Kompromiss im Sinne eines Zusammenschlusses auf Augenhöhe, bei dem jeder etwas geben muss, andererseits aber auch etwas genommen bekommt. Gegeben wird den vier Gemeinden auf jeden Fall mehr Geld, machten die beiden Moderatoren des Abends gebetsmühlenartig klar.

Nämlich fast eine Million Euro durch die Ersparnis von vier Bürgermeister-Gehältern, mehr Geld aus dem kommunalen Finanzausgleich und die Entschuldungshilfe des Landes in Höhe von vier Millionen Euro über 20 Jahre. In diesem Zusammenhang, erläuterte Kommunalberater Thomas Fiedler, habe man auch auf die Aufrechnung von kleineren Summen verzichtet, egal ob sie jetzt positiv oder negativ zu Buche schlagen.

Fiedler, der zusammen mit KSO-Projektleiter Christian Kehrer den Grenzänderungsvertrag vorstellte, ging damit auf die Frage aus dem Publikum nach den Kosten für die kostenlose Umstellung von Ausweisen oder Fahrzeugpapieren ein. Diese zu ermitteln, sei unwirtschaftlich, so der Kommunalberater. Genauso wenig wirtschaftlich wie zu klären, welche Kosten man spare, indem jetzt für alle vier Rathäuser geballt das Toilettenpapier geordert werden könne, schmunzelte er.

Der kürzliche Hype um die Beibehaltung von „Beerfelden“ für die fusionierte Stadt schlug sich nicht in der von Stadtverordneten-Vorsteher Hans-Jürgen Löw geleiteten Bürgerversammlung nieder. Lediglich eine hörbare Stimme gab es von Andreas Schmucker. „Ich von Beerfellmer und will es bleiben“, machte er deutlich. Er plädierte deshalb dafür, sowohl den Namen als auch die verschiedenen Postleitzahlen beizubehalten. Dann müssten 6400 Bürger keine Adresse ändern, was entsprechende Erleichterungen bedeute.

Ihm entgegnete Elisabeth Bühler-Kowarsch: „Wir wollen doch zusammenwachsen.“ Warum sollten dann bisheriger Name und alte PLZ weiterbestehen, meinte sie. Oberzent als Bezeichnung für das neue Gebilde sei ein „Überbegriff“. Identität stifte doch letztendlich der Geburts- und Wohnort. Und genau dieser, wurde aus einer anderen Äußerung deutlich, werde im Zuge der Fusion deutlich aufgewertet. Denn er stehe künftig oben auf dem Ortsschild - in fetter Schrift.

Eine Lanze für den Namen Freienstein brach Wilhelm Holschuh aus Gammelsbach. Denn während die (Ober-)Zent „nur“ ein Gerichtsbezirk war, dem nicht einmal Rothenberg angehörte, handle es sich bei Freienstein um einen Verwaltungsbezirk des Erbacher Fürstenhauses, in den alle vier Kommunen integriert waren. Seit 1779 auch Rothenberg. Die Fürstenauer Sterne finde man auch noch in den heutigen Ortswappen.

Einigen Plädoyers für Oberzent als bereits bekannte Bezeichnung im Odenwaldkreis standen auch Einwände gegenüber, dass Touristen mit diesem Namen nichts anfangen könnten. Die Replik kam prompt: „Touristen kennen auch Beerfelden nicht.“ Generell, so Kehrer, müsse man jetzt an die Vermarktung des neuen Namens gehen, sobald der Grenzänderungsvertrag im Mai von den Gremien beschlossen worden sei.

Gerade die jüngere Generation verbinde „Oberzent“ mit der gleichnamigen Schule und nicht mit dem Galgen, hieß es als Antwort auf Probleme mit der früheren geschichtlichen Bedeutung. Werner Hildwein wollte allerdings auch festgeschrieben wissen, dass man den Begriff als landschaftliche Bezeichnung wählt. „Viele Gammelsbacher und Hetzbacher können die Diskussion um den Namen Beerfelden nicht nachvollziehen“, wurde ebenfalls in die Runde geworfen.

Wer wird der Staatsbeauftragte nach der Fusion am 1. Januar bis zum Amtsantritt des neuen Bürgermeisters? Aus dem Publikum kamen Bedenken, dass ein jetziger Amtsinhaber, konkret Thomas Ihrig aus Hesseneck, daraus Vorteile für eine spätere Bürgermeister-Kandidatur in der fusionierten Stadt ziehen könnte. Wie Thomas Fiedler sagte, werde man eventuell in der kommenden Zeit „konkretisieren können“, dass dort eine andere Person aufgeführt werde. Denn möglicherweise habe das Regierungspräsidium die gleichen Bedenken. Fiedler machte aber auch deutlich, dass es sich um eine atmosphärische Frage handle, rein formal gebe es keine Hinderungsgründe.

Fiedler und Christian Kehrer verdeutlichten auf Nachfrage, dass die Postleitzahlen nicht unbedingt geändert werden müssten. Eine entsprechende Frage hatte es aus der Bürgerschaft gegeben. Denn dann, so der Einwand, müsse es keine Änderungen von Straßen und Briefköpfen geben. „Wenn Fusion, dann richtig“, meinten die beiden Fachleute aber. Letztendlich dienten klar definierte Straßen ohne Dopplungen in einer Stadt auch der eigenen Sicherheit, wenn Rettungsdienste den Weg finden müssten.

09.03.17

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