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Windkraft im Wald - Naturzerstörung für den Klimaschutz?


(Foto: privat)

(bro) (rk) Auf Einladung der Initiative "Bürger für Bürger" referierten vergangenen Freitag im evangelische Gemeindehaus Dr. Richard Leiner, Sprecher der BI "Rettet den Odenwald", und Sylke Müller-Althauser, stellvertretende Vorsitzende der Naturschutzinitiative e. V., zum Thema Windkraft im Wald - Naturzerstörung für den Klimaschutz?

„Die Energiewende ist ein Misserfolg“, mit diesem Satz begann Dr. Richard Leiner seinen Vortrag vor knapp 80 Zuhörern. Die Erklärung lieferte er gleich mit. Das wichtigste Ziel der Energiewende, die Treibhausgas-Emissionen zu senken, wurde bislang verfehlt, erklärte Dr. Leiner anhand eines Diagrammes des Umweltbundesamtes.

Eine von der Regierung selbst eingesetzte Expertenkommission bemängle sowohl den steigenden Energieverbrauch als auch die steigenden Co2-Emissionen und fordere gar, die „aktuell existierenden komplexen Fördermechanismen abzuschaffen“, so Dr. Leiner. Auch hier erklärte der Sprecher von "Rettet den Odenwald", dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht die Lösung, sondern Teil des Problems sei. Investoren erhielten für 20 Jahre feste Einspeisevergütungen, ob sie Strom produzieren oder nicht, und der Steuerzahler finanziere über die EEG-Umlage die Energiewende, die im Jahr 2016 25 Milliarden Euro kostete und zum Klimaschutz null beigetragen habe, so Dr. Leiner. Er untermauerte sein Fazit mit einem Zitat der Wirtschaftsweisen: „Die Energiewende ist teuer und ineffizient."

Als „deutsches Energiewende-Paradox“ zitierte Dr. Leiner „Agora Energiewende“. Trotz eines zunehmenden Anteils erneuerbarer Energiequellen steigen gleichzeitig die Treibhausgasemissionen, so Dr. Leiner. Auch hier erfolgte die Erklärung stante pede: Die Schwankungen der Stromproduktion aus Wind- und Sonnenenergie (Volatilität) müssten durch konventionelle Kraftwerke (vor allem Kohlekraftwerke) ausgeglichen werden. „Ökostrom allein macht noch lange keinen Klimaschutz“, schlussfolgert der Sprecher von "Rettet den Odenwald".

„Die Energiewende ist eine Stromwende“, sagte Dr. Leiner. Der Anteil von Strom am Gesamtenergiebedarf liege bei 20 Prozent, der weitaus größere Teil im Bereich Wärme und Verkehr bliebe bislang unangetastet. Würde z. B. der Energieverbrauch im Verkehrssektor um nur acht Prozent reduziert, spare das mehr Energie, als alle 27.000 Windkraftanlagen (WKA) an Strom produzieren könnten. Zudem stehe der Eingriff in die Natur in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Der Odenwald sei eines der letzten größeren zusammenhängenden Laubmischwaldgebiete der Welt. Die sommergrünen Laubwälder, das, was die Odenwald-Region ausmache, sei eine der weltweit am stärksten bedrohten Waldarten. Die Buchenmischwälder seien in ihrem Bestand sogar noch stärker bedroht als der tropische Regenwald. In diesen intakten Wäldern seien über 70 Windparks mit mehreren hundert Windenergieanlagen geplant, mehr als im Hunsrück aktuell installiert sind. Der Erhalt und Schutz naturnaher Landschaft sei damit nicht mehr möglich.

Nachdem Dr. Richard Leiner seinen Vortrag beendet hatte, ergriff Sylke Müller-Althauser das Wort. Sie erklärte, dass Landschaft Erholungsraum und Rückzugsort für Menschen und Lebensraum für Tiere bedeute. Für Sylke Müller-Althauser ist die Landschaft ein heimatlicher, schöner Ort, so wie es der Hunsrück einst war. „Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Landschaft von null auf 292 Windkraftanlagen und somit zu einer Industrielandschaft verändert“, erklärte Müller-Althauser. Sie bedauerte, dass es keinen freien Blick mehr gebe, keine freien Sichtachsen mehr existierten. Der Blick falle zuerst auf die Stahlbetonriesen, die Landschaft verschwinde im Hintergrund. Für die Referentin hat sich der Hunsrück in eine seelenlose Landschaft verwandelt. Waldwege werden zu Asphaltpisten, der Boden wird stark verdichtet. Die Verdichtung habe Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem und auf den Wasserhaushalt. Auflagen zum Artenschutz würden nicht eingehalten, beispielsweise würden die Abschaltalgorithmen während des Fledermausflugs nicht überwacht.

Die regionale Wertschöpfung des Hunsrück sehe so aus: Pachteinnahmen, Gewerbesteuer und Ausgleichszahlungen. Dem gegenüber stehe die Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens durch Infraschall, Lärm, Schattenwurf, Immobilienwertverlust, Identitätsverlust durch Heimatverlust, Industrialisierung der Landschaft und Zerstörung der Biodiversität. Durch den Windkraftausbau verliere letztlich die Bevölkerung und die Natur. Sylke Müller-Althauser stellte eine Frage in den Raum: „Was sind unsere Landschaften und unsere Naturparks wert?“

E-Mail-Kontakt: buerger-fuer-buerger-eberbach@gmx.de

Infos im Internet:
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09.05.17

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