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Das preisgekrönte Duo Biloba musizierte in Eberbach


(Foto: Hubert Richter)

(bro) (khm) Im dritten Kunstfreundekonzert der 69. Reihe am Freitag, 9. Februar, musizierte im voll besetzten Gemeindehaussaal das preisgekrönte Duo Biloba (Berlin): Andreas Lipp (Klarinette) und Katharina Groß (Klavier) sowie IIdikó Szabó (Violoncello).

Die Künstler sind in der 61. Bundesauswahl "Konzerte Junger Künstler 2017/2018" (BAKJK) vom deutschen Musikrat für Konzerte ausgewählt worden. Das Programm des Konzerts gab sich chronologisch, der Entstehungszeit der Werke folgend. Es sollten aber auch hinreißende Werke am Anfang und am Ende stehen. Insofern wirkte das glanzvolle Beethovensche "Gassenhauer-Trio" als wahrhafte 'captatio benevolentiae - (Gunst)gewinnung", und Brahms' Klarinettentrio mit seinem "Prachtschlusssatz" beschloss begeisternd das Konzert. Dazwischen glänzten die Musiker im Duo mit Violincello in Schuberts 'Arpeggione-Sonate' bzw. im Duo mit Klarinette in Schumanns 'Phantasiestücken'. Auch die zeitgenössische Musik war berücksichtigt, indem eine Auftragskomposition von Sven Daigger, einem gebürtigen Eberbacher, zu hören war, der das Konzert mit Besuch und Werkerläuterung beehrte.

In Beethovens "Gassenhauer-Trio" hörte man im Kopfsatz einen kraft- und temperamentvoll gestalteten Klavierpart, dem ein klangüppiger, eher lyrischer Part der Klarinette und. des Violoncellos gegenüberstand. Im Adagio enttäuschte Beethoven, Meister aller Formen und Stimmungen, auch hier nicht, da das Trio das Gesangliche wie auch die kunstvollen Figurationen so ausdrucksvoll und präzise vortrugen. Die neun Variationen über das Gassenhauer-Thema führten die Qualitäten des Trios erneut vor. Sehr beeindruckte der virtuose Soloauftritt der Pianistin Katharina Groß in der ersten Variation, einem pianistischen Paradestück Beethovens. Nach der beruhigenden Duovorstellung von Cello und Klavier (2. Var.) hörte man den entfesselten Instrumentenglanz 'con fuoco' eines ganzen Trios (3. V.) Nach der Moll-Variation (4.V) zeigte die quirlige in Dur (5. V.) und die leicht hingeworfene sechste Variation die elementare Spielfreude und rhythmische Eleganz des Ensembles. Nach strenger Rhythmik (7.V.) und einem schwelgenden dolce cantabile (8.V.) ging es ab in die neunte Variation, die das Gassenhauer-Thema in voller Länge in Kanon- und Fugenform sowie vollem Instrumentenklang verarbeitete.

Mit der Schuberts Sonate für Arpeggione, einer bald aus der Mode gekommenen Bogengitarre, gewann man indirekt eine Cello-Sonate von Schubert. Diese wurde von Ildiko Szabó und Kathrina Groß virtuos, kantabel und musikantisch vorgetragen, wozu die Sonate mit ihrer Liedmelodik und zugleich konzertanten Faktur auch vielfach sich anbot. Der Kopfsatz mit innigem, sonorem Thema und virtuosen Spielfiguren gelang vorzüglich. Auch das bei Schubert oft auftauchende, abgründige Grollen, das lieblichen Melodienfluss und brillantes Passagenwerk unterbricht, war kontrastierend herausgestellt. Der kurze Mittelsatz Adagio, das Finale einleitend, war mit seinem liedhaften Cellothema und der wiegenden Klavierbegleitung eindrucksvoll wie eine Wiegenlied musiziert. Das spielfreudige Rondo mit seinem unterhaltsamen Hauptthema in "schunkelndem Rhythmus", zu dem sich virtuose Zwischenspiele gesellten, begeisterte die Zuhörer in der musikantischen Darbietung des Duos.

Mit gleicher Kompetenz trugen Klarinettist und Pianistin Schumanns drei 'Phantasiestücke' vor, die 'Zart und mit Ausdruck - 'Lebhaft und leicht'- 'Rasch und mit Feuer', also sich steigernd gespielt wurden. Die klangvollen Klarinettenkantilenen und das elegante Triolenspiel auszuführen, ließen sich Andreas Lipp und Katharina Groß nicht entgehen. Das dritte Stück mit stürmisch feurigem Aufstieg und kontrastierend abfallender Kantilene, dazu einer schwungvoll beschleunigten Coda konnten sich beim Hörer gewiss gut einprägen.

Museal wollte das Konzert nicht nur sein, indem ein Auftragswerk für das Ensemble von Sven Daigger zum Programm gehörte. Vorurteile stehen der Neuen Musik entgegen, indem man sich von der damit verbunden geglaubten ausschließlichen "Emanzipation der Dissonanz und Atonalität" sowie der "Dodekaphonie-Zwölftonmusik" nicht angesprochen fühlen kann. Wie auch sonst, wird auch hier nur eine Begegnung entkrampfen können. Der Triosatz trägt die Überschriften "Mit Schwung - Rasend - Stoisch", die zum Verständnis und zur Einordnung des Gehörten beitragen sollen. "Rhythmische, melodische Klangzellen " bildeten die musikalische Struktur, die geformt, um- und verformt werden mit den traditionellen musikalischen Mitteln wie Umkehrungen, Imitationen, Verwendung als Hauptmelodie oder Begleitung, Benutzung von Pizzicato, Staccato, Triller, Tremolo, Glissando und etwa am Schluss von Beschleunigung- Accelerando. Rhythmus und Tonalität sind also durchaus gegeben, und es gab dazu das unmittelbare Erleben dieser Musik(entstehung), was auch den nicht geringen Beifall beim hiesigen Publikum auslöste, auch wegen der merklichen Spielfreude der agierenden Musiker, ihrer Konzentration und ihres spieltechnischen Könnens.

Als Konzertfinale erklang Brahms' Klarinettentrio (1891), zu dem dieser - wie zum Klarinettenquintett (1891) und den beiden Sonaten (1894) - von Richard Mühlfeld angeregt wurde. Doch, wie auch diese Aufführung bewies, war - trotz Brahms' Bewunderung - für Instrument und den großen Virtuosen hier kein Trio für Soloklarinette mit begleitendem Streicherduo entstanden, sondern echte Kammermusik , bei der alle Teilnehmer gleichwertig agierten und der Klarinette - hier des großartig spielenden Andreas Lipp - dennoch der nötige Vorrang blieb. Die Interpreten bevorzugten einen kraftvollen Spielduktus, das Klavier zeigte seine sinfonische Kraft, wovon das Elegische in den Anfangssätzen bei Klarinette und Cello sich angemessen abheben konnte. Von den folgenden Sätzen, die mehr Kantabilität zeigen, ist das graziöse Andantino ein Menuett mit Walzerähnlichkeit, zu dem ein handfestes Ländlertrio tritt. Es ist von den Musikern gut und merklich gern in seinem Charakter dem Publikum vermittelt worden. Dass der so effektvoll gestaltbare "Prachtschlusssatz" zu begeistertem Schlussapplaus führte, war vorauszusehen. Das Trio bedankte sich noch mit einem Satz aus Schumanns "Märchenerzählungen".

12.02.18

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