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Barock bis Klassik erklingen im Kapitelsaal des ehemaligen Klosters

(hr) (us) Zum nächsten Karmelabend am Samstag, 24. März, um 19 Uhr im Kapitelsaal des ehemaligen Karmeliterklosters (kath. Pfarrzentrum) Hirschhorn lädt der Förderverein Klosterkirche ein. Durch den krankheitsbedingten Ausfall der zunächst angekündigten Künstlerin musste das Programm geändert werden. Unter Gestaltung von Ulrich Spiegelberg erklingt ein abwechslungsreiches Programm in einem der schönsten Konzerträume des Neckartals, das einen Bogen vom Barock bis zur Klassik spannt.

Jakob Frobergers (1616-1667) Suiten gehören zu den kunstvollsten Meisterwerken innerhalb dieser Kompositionsgattung und haben viele Komponisten beeinflusst. Heute eher vergessen, waren sie noch im 18. Jahrhundert verbreitet und oft gespielt. Auch Mozart hat Froberger’sche Suiten in eigenhändiger Abschrift seinen Musikalien hinzugefügt. Mit der Partie in B-Dur, die den Untertitel „Der naseweise Orgelprobierer“ trägt, erklingt eine der reizvollsten Suiten des süddeutschen Komponisten.

Dem süddeutschen Barock gehört auch Johann Caspar Ferdinand Fischer (um 1670 – 1746) an. Er galt als einer der „stärksten Klavierspieler seiner Zeit“, von dessen Können und Kompositionskunst, in die französische und italienische Stilmerkmale einflossen, mehrere Sammlungen von Präludien, Fugen und Suiten zeugen. In seinem „Musikalischen Parnassus“ (1738) hat er neun Suiten zusammengestellt, die jeweils den Namen einer Muse tragen. Die Suite in e-moll – „Erato“ – wird gespielt. Als langjähriger Hofkapellmeister im Dienste der Markgrafen von Baden ist Fischer auch mit dem hiesigen Raum besonders verbunden. Über die Musikpflege innerhalb des Karmelitenordens ist wenig bekannt. Im 17./18. Jahrhundert hat der Orden aber mit P. Spiridionis a Monte Carmelo (1615- 1685) und P. Justinus a Desponsiatione BVM ( 1675 – 1747 ) zwei bedeutende Komponisten hervorgebracht. Beide haben Unterrichtswerke bzw. Improvisations/Kompositionsanleitungen veröffentlicht, denen auch Stücke für Klavier oder Orgel beigefügt sind, so aus Spiridions „Nova Instructio pro pulsandis organis ,spinettis, manuchordiis“ einige Tanzstücke und Canzonen, aus der „Chirologia organo-musica“ (1711) des P. Justinus einige Arien für Tasteninstrumente.

Die Klaviersonate B-Dur, KV 333 wird von der älteren Forschung noch in Mozarts Pariser Aufenthalt datiert. Sie entstand allerdings in Wien im November 1783. Es war die Zeit von Mozarts größten Erfolgen und Konzerten. So zeigt die konzertmäßig angelegte Sonate all das Können, Esprit und Charme des Komponisten, um im Finalsatz – ein Rondo- in einer Kadenz zu enden.

Beethovens 1798/99 komponierte Klaviersonaten op 14 sind Josephine von Braun gewidmet. Die Baronin von Braun war die Gattin des Vizedirektors der Wiener Hoftheaters, Peter von Braun, der Beethovens erste eigene Akademie ermöglichte, in der das Septett und die 1. Sinfonie uraufgeführt wurden. Bereits zu Beginn der Proben kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Beethoven, der sich in alles einmischte, den Theatervorständen und dem Dirigenten Conti, dessen Interpretation in den Augen des Komponisten „zu geschmäcklerisch und larmoyant“ geraten könne. Baron von Braun hatte immer wieder zu beschwichtigen. Seine Verbündete wurde hier seine Frau, die öfters an den Proben teilnahm und mit ihrer „ruhigen Hand“ und ihrem Charme, ihrer Würde und Fraulichkeit positiv auf den neurasthenischen Hoftheaterdebutanten einzuwirken vermochte. Unter den Augen der „Braunin“ hielt sich Beethoven einigermaßen zurück. Kündigte sich ein “Raptus“ an, lenkte sie ihren „cher Louis“ ab, indem sie ihn zu einer kleinen Kaffeepause aufforderte oder ihn irgendetwas belangloses fragte, was schließlich das Zustandekommen der Akademie rettete. Die G-Dur Sonate op 14,2 gehört nicht zu den heroischen, groß angelegten Sonaten. Sie ist von bezaubernder Eleganz und zeigt die andere Seite des Komponisten. Voller Grazie ist der Kopfsatz, in dem die Stimmen beider Hände ineinander gewebt werden. Das Andante präsentiert den Linkshänder Beethoven, der seiner starken Hand die schönsten Stellen gegeben hat. Das Finale bildet ein spielerisches Scherzo im Rondosatz. Mit den sechs Variationen aus dem Klarinettenquintett (KV 581) KV Anh. 137 endet das Konzert. Bereits zu Mozarts Zeiten waren Klavierbearbeitungen üblich , um populäre Werke weiterzuverbreiten und größeren Umsatz bei der Vermarktung zu erzielen. Wie bei seinen Tänzen dürfte die Klavierfassung der Variationen aus der Hand Mozarts stammen. Wenngleich die Klangfarbe des Originals nicht erreicht werden kann, zeigt sich, dass ein Klavier durchaus ein ganzes Quintett allein präsentieren kann.

19.03.18

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